Freitag, 2. Dezember 2011

7 Tipps für bessere Videofilme: Tipp 5: Licht

Es mag verrückt klingen, aber ein guter Tag für einen Außendreh ist ein bewölkter oder
bedeckter Tag. Der Grund: es ist alles schön gleichmäßig „ausgeleuchtet“.
Beim gezielten Filmen von Personen in der Natur, verwende ich zur gleichmäßigen
Ausleuchtung von Gesichtern einen Sonnenreflektor.

Komplizierter wird es dann im Innenbereich. Um Personen auszuleuchten, die im kurzen
Abstand vor der Kamera stehen, reicht meiner Erfahrung nach ein Kopflicht.

Geht es um die Ausleuchtung ganzer Räume oder Bühnen, benutzen Sie am besten
starke Scheinwerfer mit Diffusor. Das Ziel: eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung
ohne Schatten im Gesicht oder hinter den Darstellern zu erzeugen.

Planen Sie zur Ausleuchtung viel Zeit ein.

Freitag, 4. November 2011

7 Tipps für bessere Videofilme: Tipp 4: Unterschätzen Sie den Ton nicht.

Leider spielt in der Prioritätenliste vieler aktiver Videoproduzenten der Ton nur eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht. Denken Sie an das schöne Rauschen eines Wasserfalles, das beruhigende Plätschern eines Baches oder die Tonkulisse eines Fußballstadions.

Oft reicht das Kameramikro für den sogenannten O-Ton aus. Es gibt aber Ausnahmesituationen, in denen Sie zu einem externen Mikrofon greifen sollten. Für ein Interview verwenden Sie am besten ein gutes Richtmikrofon, welches Sie in ca. 20 cm bis 30 cm Abstand zum Redner halten.

Ist der Abstand zwischen Redner und Kamera zu groß, empfiehlt sich der Einsatz eines Funkmikrofones.

Den Ton nehmen die Zuseher oft unterbewusst wahr. Bei Interviews oder Dialogen wird ein störender Hall im Raum oder Störgeräusche bei Außendrehs (wie Verkehr, Wind) vom Zuseher schnell als unprofessionell empfunden.

Widmen Sie daher dem Ton beim Dreh und in der Nachbearbeitung ein großes Maß an Zeit und Sorgfalt. Vermeiden Sie Tonsprünge und pegeln Sie den Ton am Schnittplatz so, dass eine gleichmäßige Geräuschkulisse entsteht!

Mittwoch, 26. Oktober 2011

7 Tipps für bessere Videofilme. Tipp 3: Übergänge planen

Am Schnittplatz zeigen sich oft handwerkliche Fehler aus dem Drehtag. Hier ein paar Tipps, wie Sie sich die Arbeit einfacher machen können.

Lassen Sie bei allen Aufnahmen genügend „Fleisch“! Filmen Sie eine Landschaft, so lassen Sie die Aufnahme ruhig 30 Sekunden stehen! Planen Sie eine Kamerabewegung zu machen, so lassen Sie die Aufnahme zu Beginn und am Ende des Zooms oder Schwenks mindestens 10 Sekunden einfach stehen! Damit gewinnen Sie aus einer Aufnahme mehrere Einstellungen, die Sie verwenden können. Auch wenn die Kamerabewegung misslingt, ist das Material dann noch verwendbar.

Denken Sie daran, inhaltliche Übergänge zu schaffen! Leiten Sie beispielsweise bei einer Reportage jede Aufnahme ein! Führen Sie den Zuseher an das Geschehen heran, z.B. durch einen einleitenden Schwenk!

Professionelle Kameramänner versehen jede ihrer Aufnahmen mit einer kurzen Einleitung und einem Schluss. Diese Übergänge können Sie dann ideal für inhaltliche Überleitungen beim Schnitt verwenden. Für diesen Zweck ist eine Kamerabewegung (Schwenk/Zoom), die sonst eher vermieden werden sollte, sinnvoll.

Sonntag, 16. Oktober 2011

7 Tipps für bessere Videofilme. Tipp 2: Verwenden Sie ein Stativ

Trotz moderner Mechanismen von Kameras, verwackelte Bilder zu „beruhigen“ erhalten Sie bei Ihrem Film sofort einen professionellen Touch, wenn Sie das Hilfsmittel Stativ verwenden.

Den Einsatz zur „Handkamera“ beschränke ich auf das notwendigste. Nämlich wenn man am Drehort viel Mobilität braucht oder einfach keinen Platz hat. Oder auch dann, wenn man kurze Statements von Politikern, Managern oder „Promis“ mit der Kamera einfangen möchte.

In solchen Situationen empfehle ich Ihnen, dass Sie sich eine Möglichkeit suchen, sich selber und/oder die Kamera zusätzlich abzustützen um für mehr Bildruhe zu sorgen. Das kann ein Geländer sein, ein Baum oder Wand, an der Sie zusätzlichen Halt suchen.

Gute Stative, mit denen man ordentlich arbeiten kann, gehen ab der Preisklasse 600 Euro aufwärts an. Das Herz dabei ist der sogenannte Videoneiger, der auch 80% bis 90% des Preises ausmacht. Ab der 800 Euro bis 1000 Euro- Preisklasse können Sie dann auch arbeiten wie die Profis, da die Videoneiger dieser Stative bereits sehr gute Gleiteigenschaften besitzen.

Empfehlenswert ist bei einem Stativ auch eine Art „Fernbedienung“, mit der Sie Zoom und Schärfe an der Kamera vom Schwenkhebel aus bedienen können. Vorteil: Sie müssen nicht mehr mit der Hand an die Kamera und vermeiden dadurch kleine Verwackler.

Wenn Sie kein großes Budget dafür haben, können Sie sich auch mit einem einfachen Stativ im Amateurbereich behelfen. Lieber ein billiges Stativ als gar keines. Im wesentlichen kommt es nur auf eines an: die Bildruhe - viel Schwenken und Zoomen sollte eh vermieden werden.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Technik

Bevor ich etwas zu den häufigsten Anfangsfehlern schreiben möchte noch ein paar Worte zur „Technik“ (Kameras und Schnittprogramme):


Wer für das Internet produziert, muss in HD drehen. Bei den Kameras gibt es drei verschiedene Kategorien:

Consumer-Kameras (300 bis 1200 Euro)
Diese Kameras bieten im mittleren Preissegment ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und sind für schmale Geldbeutel ideal. Die HD-Bildschärfe ist in der mittleren bis hohen Preisklasse gut bis sehr gut. Leider neigen diese Camcorder dazu, Farben oft zu kräftig darzustellen. Auf „Profifunktionen“ wie eine manuelle Bildkorrektur sowie externe Toneingänge mit manuellen Regelungsmöglichkeiten muss man im Consumerbereich im unteren bis mittleren Preissegment verzichten.

Industriekameras (1200 Euro bis 7000 Euro)
Diese Bezeichnung beschreibt Kameras, die vor allem in der semi-professionellen Produktion eingesetzt werden. Man findet sie aber mehr und mehr auch im Einsatz in der professionellen TV-Produktion bei großen Fernsehsendern. Ausschlaggebend dafür ist in erster Linie der Kostendruck, unter dem die gesamte Branche aufgrund der „Internetkonkurrenz“ steht.

Diese Kameras warten dann schließlich auch mit Profifunktionen auf: zahlreich manuelle Aussteuerungsmöglichkeiten und Einstellungsmöglichkeiten im Bild- und Tonbereich. Wichtig wird dann auch für den Tontechniker der XLR-Anschluss. Selbstverständlich sind in dieser Preisklasse auch die Objektive schon sehr hochwertig verarbeitet.

Die Bildqualität (Schärfe und naturgetreue Farbdarstellung) sind sehr gut. Laien sehen den Unterschied zu einer professionellen TV-Kamera oft kaum noch.

TV-Kameras (ab 7000 bis 50.000 Euro)
Diese Kameras finden sich ausschließlich im professionellen Einsatz bei TV-Sendern und TV-Produktionsgesellschaften. und bieten bieten eine Fülle von zusätzlichen Features an (4 Kanäle Digital Audio, benutzergesteuertes Gamma Editing, optische Filterräder uvm).


Schnittprogramme:
Die Schnittprogramme im Amateurbereich bis ca. 90 Euro bieten einen großen Umfang an Leistungen an, die für den ambitionierten Videofilmer in der Regel reichen.

Professionelle Programme (ab ca. 300 Euro) bieten eine Vielzahl von erweiterten Einstellmöglickeiten im Ton- und im Bildbereich sowie den Multikameraschnitt. Auch in den Exportmöglichkeiten gibt es in diesem Bereich eine große Bandbreite auch für „exotische Formate“ (beispielsweise für Kinos „DPX-Sequenzen“).

Ich selber benutze „Sony Vegas“, weil es einfach zu bedienen ist und im „Untergrund“ eine Reihe von professionellen Möglichkeiten beinhaltet (Multikameraschnitt, zahlreiche Bildkorrekturmöglichkeiten usw.).

Der Start in die Selbständigkeit

Wer sich in Sachen hochwertiger Videoproduktionen selbständig machen möchte, braucht in erster Linie eines: Talent. Es kommt nicht auf eine möglichst teure Ausrüstung an um einen "professionellen" Look zu erzielen.

Für den Anfang genügt ein Camcorder und ein Videoschnittprogramm. Die preiswertesten HD-Camcorder beginnen ab 300 Euro. Dazu ein einfaches Videoprogramm für ca. 50 Euro tun es für den Anfang.

Viel wichtiger ist die "kreative" Kraft hinter der Produktion. Bildkomposition und Schnitttechnik kann man zwar auch auf Filmhochschulen lernen (ich komme in einem späteren Beitrag dazu), aber im wesentlichen kommt es auf die "Kreativität" beim Schnitt an.